Aufarbeitung der Datenlage

Aufarbeitung der Datenlage

Vielfältige Forschungslandschaft

Über Organisationen und Organisationsfelder der Zivilgesellschaft liegen eine Vielzahl statistischer Daten vor, die von den unterschiedlichsten Akteuren und Institutionen erhoben werden. Für die individuelle Ebene ist der im Auftrag des BMFSFJ durchgeführte Freiwilligensurvey die bekannteste Erhebung. Für den Bereich Sport liegen die Sportentwicklungsberichte des Deutschen Olympischen Sportbundes inzwischen in drei Wellen vor. Darüber hinaus gibt es zahlreiche statistische Angaben von den großen Verbänden, wie etwa die Jahresberichte der Wohlfahrtsverbände und anderer wichtiger Akteure.

Systematische Aufarbeitung

In der ersten Projektphase wurden sämtliche vorhandene statistische Informationen und Datensätze zusammengetragen, systematisiert und analysiert. Basierend auf der International Classification of Nonprofit Institutions (ICNPO) wurde nach zwölf verschiedenen Engagementbereichen recherchiert. In die Recherche wurden Datensätze der Amtlichen Statistik, der Ministerien und anderer staatlicher Institutionen sowie von Organisationen aus der Zivilgesellschaft (Verbände und Dachverbände) einbezogen. Wissenschaftliche Erhebungen und sonstige Veröffentlichungen wurden ebenfalls berücksichtigt. 

Die Datenlandkarte 

Die so entstandene „Datenlandkarte“ informiert darüber, welche Daten wo und in welcher Qualität für die verschiedenen Engagementbereiche zur Verfügung stehen. Mit diesem „Screening“ wurde keine Beschreibung von Zivilgesellschaft selbst, sondern des Flickenteppichs an statistischen Informationen über Zivilgesellschaft vorgenommen. Neben den positiven Beiträgen einzelner Datenquellen zu einem breit angelegten Monitoring zielt die Datenlandkarte vor allem darauf ab, Datenlücken und blinde Flecken in der bestehenden Datenlandschaft zu identifizieren. 

Steckbriefe und Nutzerhandbuch

Ergänzend wurden für einige relevante Statistiken und Surveys sogenannte Steckbriefe erstellt. Sie beschreiben in knapper Form die jeweilige Datenquelle und geben in Kürze relevante Informationen zu Methode und Qualität der Daten und zu den Erhebungszeitpunkten und Bezugsquellen. Es werden darüber hinaus einige wenige ausgewählte Ergebnisse vorgestellt. Alle Steckbriefe wurden im „Nutzerhandbuch Zivilgesellschaftsdaten“ zusammengestellt, welches Einblicke in zivilgesellschaftliche Zusammenhänge und die Zivilgesellschaftsforschung gibt. Die Steckbriefe richten sich vor allem an fachlich Interessierte, die regelmäßig mit Daten zu zivilgesellschaftlichen Themen arbeiten. Als Handbuch ist es eine praktische Arbeitshilfe, die auf bislang wenig genutzte Datenquellen aufmerksam macht und über deren Verfügbarkeit informiert. 

Flickenteppich Zivilgesellschaftsdaten

Mit den Arbeiten wurde deutlich herausgestellt, dass der Forschungsbedarf zur Zivilgesellschaft und seiner Organisationen hoch ist. Die Lücken sind zum Teil erheblich, wie etwa im Bereich Umwelt- und Naturschutz. Es steht zwar für einige Bereiche ein reichhaltiges Informationsangebot zu unterschiedlichen Fragestellungen und Ausschnitten der Zivilgesellschaft zur Verfügung, doch die Daten liegen meist nicht in der gleichen Regelmäßigkeit vor. Zudem unterscheiden sie sich in Bezug auf Methodik und Qualität, so dass die Datensätze nicht kompatibel sind. Die organisierte Zivilgesellschaft kann anhand der vorliegenden Daten nicht als Ganzes abgebildet werden.

Ausführende

Publikation der Ergebnisse 

Spengler, Norman / Hubrich, David-Karl / Tamm, Timo / Alscher, Mareike / Priller, Eckhard: Landkarte zur Datenlage/Zivilgesellschaft. Projektbericht (Langfassung), 2010. PDF

Spengler, Norman / Priemer, Jana: Zivilgesellschaft in Zahlen – Band 2. Daten zur Zivilgesellschaft. Eine Bestandsaufnahme, Essen 2011. PDF 

Tamm, Timo / Hubrich, David-Karl / Spengler, Norman / Krimmer, Holger: Zivilgesellschaft in Zahlen – Band 3. Nutzerhandbuch Zivilgesellschaftsdaten, Essen 2011. PDF 

ZiviZ-Flyer 2016

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